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Der "internationale Terrorismus" und seine medialen Opfer

In meiner eher einfachen Gedankenwelt hat jedes Menschenleben den gleichen Stellenwert. 

Wohl aber nicht in unseren Medien.

Das letzte Jahr war u.a. geprägt von furchtbaren Meldungen über Opfer terroristischer Anschläge, weltweit.

Weltweit schon, aber mit steigender Entfernung ändert sich offenbar auch die Perspektive, je weiter weg, desto kleiner dünkt das Problem, bis man es schließlich fast ganz aus dem Auge verliert, wenn es etwa in Afrika passiert. Da schreit die Weltöffentlichkeit lediglich dann auf wenn Kulturgüter zerstört werden oder Europäer betroffen sind.

Obwohl hat es vielleicht weniger mit der Perspektive, als mit den Opfern zu tun?

Die Anschläge von Paris in 2015 waren furchtbar, viel Raum nahmen die Dinge in den Medien ein, wobei sich mir so das Gefühl aufdrängt, dass die Empörung bei nicht-jüdischen Opfern doch noch etwas ernster zelebriert wird.

Ich erinnere die heroischen Bilder, als eine Auslese die Mächtigen dieser Welt in einer Pariser Seitenstraße - hermetisch abgeschirmt vom Plebs - untergehakt mit entschlossenen Gesichtern gegen die Mörder von Charlie Hebdo posierten. Junge, Junge, das waren Bilder. Die Opfer des jüdischen Supermarktes wurden auch erwähnt.

Schon weniger martialisch, aber nicht weniger medienintensiv waren die Bilder der Anschläge von Paris vom 13. November 2015, doch fehlte diesmal der gewaltige Auftritt der Mächtigen vor Ort. 

Eher nebenher erfuhr man, dass der Hauptanschlagsort, das "Bataclan", eine rund 40jährige jüdische Tradition hat und erst im September letzten Jahres, also wenige Tage vor dem Anschlag aus jüdischem Besitz veräußert wurde. 

Das ganze Jahr über fand sich - meist deutlich kleiner geschrieben - auch diese oder jene Meldung über Anschläge auf jüdische Einrichtungen in Europa, über Messerattacken in Israel auf offener Straße usw. 

Die vorerst letzte Meldung kam am 1. Januar 2016 über den Anschlag in Tel Aviv, mit 2 Toten und mehr als 10 zum Teil Schwerverletzten. 

In unseren Print - "Leitmedien" fanden sich dazu, wenn überhaupt sehr kurze Mitteilungen, früher hätte man gesagt, unter "Vermischtes". Um der Wahrheit die Ehre zu geben, die Ausnahme dabei die WO, die umfassend und adäquat berichtete. 

Bei den "Öffentlich-Rechtlichen", keine Sondersendung, kein 'spezial', was auch wohl nicht angemessen gewesen wäre, wie ich es persönlich auch nachgerade widerlich finde, wie heute Opfer durch die Medien gezerrt und geradezu filetiert werden.

Dessen ungeachtet fand es z.B. SPON; also der Spiegel, wichtig breit und mit Fotos über besoffene Briten in der Silvesternacht zu berichten, adäquater Platz für die Opfer von TelAviv fand sich nicht.

Nun will ich als Atheist in diesem Kontext nicht die Frage der Religion in den Vordergrund stellen, Juden, Christen, Muslime, nein. Jedes Menschenleben hat den gleichen Stellenwert.

Was mich irritiert ist die Gleichgültigkeit die Europa dem einzigen demokratischen Staat im Nahen Osten entgegen bringt, und dies zum gleichen Zeitpunkt in dem hunderttausende von demokratisch unerfahrenen Muslimen praktisch unkontrolliert nach Deutschland strömen.

Nun wird viel von Integration und dem Willen der Ankommenden dazu gesprochen. Auch unter diesem Aspekt scheint mir Israel exemplarisch.

Viel wurde und wird über die Opferrolle der Palästinenser und die Verantwortung Israels an der aktuellen Situation gesagt. Wie ist die Ausgangslage?

Im Gefolge des II.WK und der Schoah wurde durch die Weltgemeinschaft der Staat Israel geschaffen. Die Folge war die Immigration von Juden nach Israel und die Emigration von dort ansässigen Arabern in die Nachbarländer, dort meist in die Flüchtlingslager - in denen sie bis heute nunmehr rechnerisch in der 4. Generation leben. Es ist müßig in diesem Zusammenhang über die Fragen von Schuld und Nicht-Schuld dessen zu spekulieren, was vor 70 Jahren passierte. 

Fakt ist, dass es die Palästinenser nicht geschafft haben sich in 70 Jahren trotz internationaler Hilfe aus der Opferrolle zu emanzipieren, sich aus den Lagern zu lösen und in einem dünn besiedelten und noch dazu durch das Öl reichen Gebiet ein neues soziales Gefüge zu schaffen. Ein gegenteiliges Beispiel hat gerade Deutschland mit der auch nicht reibungslosen, aber letztendlich gelungenen Kompensation der Fluchtbewegung nach dem II.WK gegeben.

Es gibt keine Legitimation für Terror, nicht in Europa, nicht in Israel, es gibt keine "Opfer zweiter Ordnung".






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