Direkt zum Hauptbereich

Deutschland wird verrückt

Vielen Älteren ist wohl noch der Jubelschrei von Edi Finger beim 3:2 für Österreich gegen Deutschland 1978 in Cordoba in guter Erinnerung.



"I wer’ narrisch!" 

Sein Ausruf war und ist Legende vor allem für Generationen von FußballInteressierten, auch wenn später selbst dem dümmsten Fan klar wurde, wie 'getürkt' die zu Grunde liegende FußballGeschichte war.

Beim Fußball, wie damals, wird wohl heute kaum noch jemand 'narrisch', oder höchstens dieser und jener HardcoreFan, genannt Hooligan. Aber die sind es wohl schon vorher und der Fußball ist lediglich das willkommene Vehikel um Aggressionen auszuleben.

Man kann den Ausspruch von Edi Finger problemlos ins Hochdeutsche übersetzen, nämlich: "Ich werd' verrückt."

Nun gibt es im Leben gar viele Gelegenheiten tatsächlich oder zumindest imaginiert 'verrückt' zu werden. 

  • Man kann 'verrückt' werden, weil irgendetwas im Leben völlig aus dem Ruder läuft.
  • Wir können 'verrückt' werden vor Freude oder vor Enttäuschung.
  • Wenn man liebt kann uns das Gefühl 'verrückt' zu werden übermannen.
  • Bei Anderen bewirkt es der Hass.
  • Ich erinnere mich daran, wie meine Mutter regelmäßig androhte 'verrückt zu werden', sobald unangemeldeter Besuch vor der Tür stand.
  • Unser Mathelehrer stand händeringend mit dem Ausruf "Ich werde hier noch verrückt!" vor der Klasse, wenn er zum wiederholten Male Rechenwege erklärt und wir nichts verstanden hatten.
  • Auf der Straße kann man 'verrückt' werden, wenn man immer wieder sieht, wie dämlich doch die jeweils Anderen mit ihrem Auto fahren.
  • Die Frau wird 'verrückt', wenn der Mann seine stinkenden Socken zum wiederholten Male zusammengeknüllt auf dem Boden liegen läßt, der Mann wenn sie sich darüber beschwert.
  • Enkel oder Urenkel werden 'verrückt', wenn die Alten die Feinheiten des SmartphoneLebens nicht begreifen.
  • Ein dauernder Schmerz etwa kann uns das Gefühl vermitteln 'verrückt' zu werden, weil wir gar nicht mehr in der Lage sind an etwas Anderes zu denken.

Ich erlebe auch gerade das Gefühl weil mich seit einer Woche ein schier ununterbrochener Juckreiz am ganzen Körper quält und ich weiss nicht, was ich dagegen tun kann.

Ich befürchte, 'ich werd' verrückt!', vielleicht wer' i aber auch nur narrisch.

Euch wünsche ich eine gute Woche, und zwar ohne verrückt oder nur narrisch zu werden.




Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Das Rätsel zum Tag ....

Ich beneide Menschen, an denen scheinbar alles abperlt, eine der eigenen Karriere und sozialen Stellung sehr hilfreiche Gabe .  Nehmen wir unsere Kanzlerin, sie behauptet heute dies und morgen das, das was sie heute als Non plus ultra bezeichnet und als alternativlos charakterisiert, widerruft sie morgen mit unschuldigster Miene und hängt ein mögliches negatives Ergebnis flugs einem Anderen an.  Solche Fähigkeiten gehören gewürdigt, unbedingt.  Politisch hat sie wahrscheinlich alles erreicht, was es zu erreichen gibt, damit kann man sie nicht mehr locken. Von einem eigenständigen sozialen Leben der Kanzlerin hat man noch nichts gehört. Also Nippes oder etwas ähnliches zu schenken macht keinen Sinn. Vielleicht etwas Schönes von "Bares für rares"? Aber wo sollte sie es hinstellen? Sieht man sie im täglichen Politikgeschäft, hat es den Anschein, dass ihr menschlich  Jean-Claude Juncker noch am nächsten steht. Vielleicht könnte man eine Weinrebe nach ihr...

Tante Claudia bereitet sich auf die Zeit nach dem Bundestag vor ...

Immer wieder gibt es Menschen, die sich über die Verve der GRÜNEN in unserem Land furchtbar erregen. Sie neiden ihnen die Leichtigkeit, mit denen sie über die tatsächlichen Probleme hinweggehen, sie neiden ihnen ihre Unbekümmertheit mit denen sie über die logischsten Dinge der Welt hinwegsehen, sie neiden ihnen die Fähigkeit größte Dummheiten als Weisheiten verkaufen zu können, sie neiden ihnen ihre ideologische Alternativlosigkeit, sie neiden ihnen nie von Selbstzweifeln geplagt zu sein, sie neiden ihnen ohne jegliche Ausbildung  und Lebenserfahrung sofort Karriere machen zu können - sie neiden ihnen schier alles. Obwohl der Begriff der GRÜNEN muss etwas präzisiert werden. Im Osten Deutschlands sozialisiert, waren für uns von Kindesbeinen "die GRÜNEN" ein Synonym für Polizisten. Grasgrüne Uniformen waren Standard, gut sichtbar im normalen Straßenbild.  Daraus ergaben sich für den gemeinen Bürger zwei Vorteile: Die, die sie sehen wollten, sahen sie sofort, da...

Gekommen, um wieder zu gehen ...

Montagmorgen, 6.30 Uhr, ich habe mir mein Frühstück bereitet, obwohl ich heute Nachtdienst habe und eigentlich schlafen könnte, bin ich wach. Mit zunehmenden Lebensjahren lässt das unmittelbare Schlafbedürfnis nach.  Früher habe ich gelächelt, versteckt oder wenn ich mich getraut habe auch offen, wenn sich die Alten in den unmöglichsten Situationen stundenlang über "schlechten Schlaf" verbreiteten. Jetzt erlebe ich es selbst.  Es ist nicht so, dass mein Schlafbedürfnis direkt nachläßt. Im Gegenteil merke ich, dass ich schneller ermüde als vor 20 oder 30 Jahren. Und, die Müdigkeit  nimmt keine Rücksicht "auf die Uhr".   Wehre ich mich dann nicht gegen mein Schlafbedürfnis, etwa regelmäßig am frühen Nachmittag, und ergebe mich der Müdigkeit, schlafe ich sofort ein und bin nach durchschnittlich 20 - 30 Minuten - beim Aufwachen nach einigen Augenblicken des Wunderns über mich selbst - wieder fit. Reagiere ich aber antrainiert "preussisch",...