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Aufruf zum Dialog!

Wieder ist ein junges Menschenleben zu beklagen, unter Umständen, die geeignet sind, die bestehenden Verwerfungen in unserem Land weiter zu forcieren.  Und wieder versuchen sich die "Kräfte" von extrem rechts bis extrem links an Betroffenheitsadressen zu überbieten, nicht ohne sich gleichzeitig offen oder verdeckt zu attackieren, an die Gurgel zu gehen oder sich zumindest unter dem Tisch gegenseitig die Schienbeine "zu polieren".  Inzwischen scheint es eine gewisse Sucht zu geben, zu demonstrieren, Zeichen zu setzen, Aktionen gegen wen-auch-immer zu starten, letztendlich geht es darum Recht-zu-haben.  Rufe von "Nazi" bis "Lügenpresse" schwirren durch die Luft und unterdrücken jede denkbare Form eines konstruktiven gesellschaftlichen Diskurses.  Als Kronzeugen der eigenen Meinung wird der betrunkene rechte Punk, der selbst nicht mehr merkt, was er stammelt, genauso schamlos herangezogen, wie der offen Rechtsradikale, wie der Katho...

Der Tag der offenen Klappen .... oder Der deutsche Hausmann auf den Spuren von Mark William Calaway

Ich gestehe, ich bin noch einer der Deppen, die Wasser in Flaschen durch die Gegend schleppen und fahren, statt schlicht den Wasserhahn aufzudrehen. Obwohl ich schon vor Jahren den Geschmack verloren habe, bevorzuge ich eine Wassersorte, die früher von einem weltbekannten Rennfahrer beworben wurde. Ich denke nicht, dass das etwas mit meiner Bevorzugung zu tun hat, aber wer weiß das schon genau? Also, ich drehe nicht einfach den Wasserhahn auf, ich schleppe lieber Kästen, obwohl es Wasser aus dem Hahn genauso täte, nämlich den Durst zu löschen und meinen Stoffwechsel auf Trab zu halten. Meist behalte ich mir den Getränkekauf für den Samstag vor, auch ein Grund sich mal davon zu schleichen. Wer viel Zeit und Lust, sich nichts Sinnvolleres vorgenommen und dazu noch Interesse an menschlichen Extremerlebnissen hat, dem empfehle ich einen Samstagmorgen vor dem lokalen Getränkemarkt. Bitte nicht zu früh, da kommen nur die unauffälligen Typen, aber so ab 10.00 Uhr wird es inte...

Süßigkeiten.... oder Rote Grütze und Brauner Pudding

Freitag ist mein Tag für's Besondere, auch heute. Ein Besuch im Supermarkt im hessischen Nachbarort, neben fälliger "Steuervorauszahlung und anderen höchst erfreulichen Petitessen - die Regierung braucht Geld zum Verschleudern.  Für die Nicht-Steuerzahler der Hinweis: Steuervorauszahlung heißt, ich muss Geld abdrücken, dass ich noch nicht einmal erarbeitet habe und vom dem ich nicht weiss, ob ich es überhaupt verdienen werde, während dessen Andere sich noch mehrfach im Bett umdrehen und überlegen, ob sie heute aufstehen oder nicht. Also, ein höchster erfreulicher und vor allem leistungsstimulierender Termin. Der Supermarktparkplatz hat den Vorteil sehr geräumig zu sein, insgesamt 8 Reihen Parkplätze, erstaunlich breit, die erste Reihe geschätzt 4 Meter vom Eingang entfernt, sodass kein unnötiger Schritt getan werden muss. Schlimmstenfalls fahren die Leute mehrfach um den Platz bis tatsächlich einer der begehrten Stellplätze frei wird. Ich stelle mich meist in ...

Maria Bildhausen

Auch als traditioneller und konsequenter Atheist habe ich Orte, die mich zum Innehalten einladen. Einer dieser Orte ist das Kloster Maria Bildhausen in Unterfranken in der Nähe von Münnerstadt, im südlichen Rhönvorland. Eingang zu Maria Bildhausen Die Anlage liegt sehr separat auf einem kleinen Höhenzug und wird aktuell geführt vom Dominikus-Ringeisen-Werk. Schon viele Jahre mit Unterbrechungen komme ich nach Maria Bildhausen, angetan von den Menschen dort und dem Ambiente der Gesamtanlage, auch wenn sich mit dem Auszug der letzten Schwestern der St. Josefskongregation in 2017 ein wesentlicher Teil des traditionellen sozialen Lebens verabschiedet hat.  Die überwiegend kleinen, meist schon gebückten Gestalten der letzten Schwestern gehörten, wenn sie durch die Anlagen trippelten,  ganz selbstverständlich zum Bild der Einrichtung, a uch wenn ich ihnen mit einer gewissen Scheu begegnete, wußte ich doch viel zu wenig über sie und ihr Leben.   Vi...

Gib mir ein "M" ...

Ich erinnere mich, dass wir in unserer Kindheit an langweiligen, regnerischen Wintertagen, an denen wir nicht "rauskonnten", ganz einfach gespielt haben. Es gab tatsächlich Tage, Monate, Jahre ohne Fernseher, Computer, Smartphone ... und wir haben sie überlebt. Die einzigen Möglichkeiten der medialen Zerstreuung waren die Zeitung und das Radio, wobei das Radio außer Nachrichten fast ganztägig ausschließlich klassische Musik übertrug. Zur jeweils vollen Stunde gab es die Nachrichten, die mit salbungsvoller Stimme von einem Sprecher verlesen wurden. Danach wurde angesagt, welches Orchester jetzt welches klassische Werk zur Aufführung bringen würde und dann gab es klassisches Gedudel bis zu den nächste Nachrichten. Auf einem Sender gab es gegen 14.00 Uhr eine halbe Stunde Kinderhörspiel, meist bekannte Bücher in Fortsetzung von Tag zu Tag. Mindestens einmal pro Jahr kamen die "Kinder des Kapitäns Grant" von Jules Verne als Hörspielfortsetzung, immer wieder ein Spannun...

Zeichen setzen ...

In den letzten Jahren haben sich in unsere, an sich schöne, zugegeben schwierige Sprache, viele neue Begriffe eingeschlichen, werden aktiv hineingetragen, auch bewußt aufoktroyiert. Ich meine damit nicht das, was wir früher in der Schule als Fremd- oder Lehnwörter zu bezeichnen gelernt haben. So lange ist es noch nicht her, dass "Hüter der deutschen Sprache" versuchten gegen die Flut von Anglismen anzustinken, sie haben es inzwischen aufgegeben. Zuweilen ist es eben so, dass die Praxis der Theorie vorauseilt, dass die vielbeschworene Historie schlichtweg gegen die tatsächliche Entwicklung keine Chance hat. Zumindest orientiert sich die "Gegenwart" erkennbar selten an der Geschichte, auch wenn die Geschichte - ob wir es wollen oder nicht - immer auf das Sein einwirkt. Aber wer würde sich schon heute noch gegen das Googeln empören? Kaum jemand würde seine Empörung verstehen, geschweige denn goutieren.  Eine dieser neuen Wort-, oder besser Sinnschöpfungen, lie...

Begegnungen .....

Der Urlaub scheint auch die Zeit unerwarteter Begegnungen.  Obwohl, das stimmt so nicht. Im Urlaub nehme ich mir mehr Zeit Menschen zu begegnen, als im "normalen Leben". Oder, im Urlaub fällt es mir nach wie vor schwer "nichts zu tun" und so suche ich mir eine "sinnvolle Aufgabe". Ich pflege häufiger Kontakt mit Menschen.  Es dauert zugegeben ein Weile, bis mir ungezwungener Kontakt möglich ist, bewege ich mich doch den Rest des Jahres, und das seit Jahrzehnten, meist auf "professioneller Ebene", wenn ich es richtig betrachte, meine Art Eigenschutz. Ich habe es nicht so gern, wenn mir Menschen ungefragt "auf die Pelle" rücken, also tue ich es auch bei Anderen möglichst nicht. Speziell körperliche Nähe konnte und kann ich nur mit sehr wenigen Menschen ertragen, meine persönliche Grenze scheint da sehr rigide zu sein. Ganz unangenehm sind mir beispielsweise Menschen, die mir im Gespräch immer näher kommen, ohne dass ich die...