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Posts

Groove Chansons in Bad Salzungen

Tief eintauchen konnten wir gestern Abend im Kulturkeller 'Haunscher Hof' in die Musik von Astrid Barth und Philipp Roemer, die unter dem Titel "Menschen leben" mit ihrer hochinteressanten Kombination aus Präsenz, Gesang, Sprache und der Gitarre von Philipp Roemer unterwegs sind. Geführt wird das Programm durch die Sprache und den Gesang von Astrid Barth, getragen durch die Gitarre von Philipp Roemer. Beide ständig wechselnd zwischen kraftvoll und einfühlsam, zwischen provozierend und nachdenklich. Die "Kiste im Keller" hat genauso berührt wie die Versicherung "Das geht auch wieder  weg". Es war toll weder Gassenhauer noch Ohrwürmer hören zu müssen, jedes Lied war neu, jedes Lied war interessant, ein Programm mit einem konstant hohen Spannungsbogen und, was ich glaubte nicht mehr finden zu können, ... ohne jegliche Längen. Wir wurden mitgenommen in einen wunderbaren Abend, danke Astrid Barth und Philipp Roemer. ...

Panta rhei - alles fließt.

„ Πάντα χωρεῖ καὶ οὐδὲν μένει “,  - „Alles bewegt sich fort und nichts bleibt.“ Ich ertappe mich immer häufiger, dass mich in bestimmten basalen Situationen nahezu philosophische Gefühle überfallen, selbst beim Laufen einer Spülung, alles scheint im Fluß. Inzwischen weit über die Mitte meines Lebens hinausgekommen bewegen sich meine Gedanken immer häufiger in der Reminiszenz dessen, was ich bisher erlebt habe. Vielleicht ist es eine Form von Narzissmus oder Selbstmitleid, wenn man merkt, dass die eigene soziale Bedeutung als 'Alter' von ganz allein in den Keller abrauscht.  Letztens auf der Autobahn: Ich lasse mein Auto mit Tempo 150 - fast - autonom über die Autobahn cruisen. Interessant ist dabei die Wortherkunft, hier laut wikipedia: "Cruisen  ( engl.   to cruise ,  dt.  „fahren,  kreuzen “) ist ein  Lehnwort  für ein ursprünglich in den  1950er  Jahren unter  US-amerikanischen   Teenagern   entstan...

Deutschland protzt ab

Auch Deutschland muss sich mit Problemen herumschlagen, die viele andere Länder und Volkswirtschaften mit Sicherheit überfordern würden, um die uns nichtbetroffene Länder glattweg beneiden und - die bei voller Kenntnis der Problematik - Teile der Bevölkerung ohne Zweifel verunsichern könnten. Foto aus http://www.katholisches.info/2014/05/14/unisex-toiletten-nein-gender-neutral/ Nehmen wir als Beispiel die Diskussion über die gendergerechte Nutzung der öffentlichen Latrine. Letztens sah ich auf einem Parkplatz ohne öffentliche Toilette folgende Konstellation. Ein Audi Q7, beworben von Audi mit dem Slogan: "Komfort auf höchstem Niveau", am Rande parkend, beide Türen auf der Beifahrerseite weit geöffnet. Mit 'höchstem Komfort' ist hierbei wahrscheinlich d ie Größe der Türen gemeint, die in der Tat einiges verdecken können, auch wenn in diesem Fall eine Limousine mit tieferliegenden Türen möglicherweise diskreter gewesen wäre. Ungefähr 2 Meter entfernt steht ...

Deutschland schaut nach unten

Deutschland ist und bleibt auf der Höhe der Zeit, auch wenn der Blick stramm nach unten geht. Typischerweise übt der Mensch schon mit früher Kindheit den aufrechten Gang. Irgendwann zwischen 1. und 2. Geburtstag steigt fast jedes Kind auf die eigenen Füße, zuerst wacklig, dann immer sicherer, lernt sich von A nach B zu bewegen und entdeckt mit dieser Fähigkeit das Leben und die Welt. Nach den ersten 'Hinfallern' bekommen die lieben Kleinen Sicherheit, Stürze werden weniger, dafür werden die Gefahren größer, da irgendwann neben ebenerdigem Fortbewegen auch die Höhe als interessant erkannt wird. Früher lernten wir in der Schule aufrecht zu sitzen, wir bekamen von den Lehrern auch schon mal in der Stunde den Rücken durchgedrückt, gelegentlich wurde ein Lineal hinten in den Pullover geschoben damit wir beim Sitzen nicht zu sehr nach vorn fielen. Im Sportunterrricht wurde der Rücken trainiert, später, pubertär, lernten wir besonders gerade zu laufen. Die Jungs zogen...

Showdown am Nachmittag

Den EdelWestern "12Uhr mittags" aus 1952 mit Grace Kelly und Garry Cooper dürfte wahrscheinlich jeder erwachsene Mitbürger schon mindestens 1 mal in seinem Leben gesehen haben, mindestens!  Speziell die finale Szene mit der Schießerei zwischen Will Kane und der Bande von Frank Miller ist ganz, ganz großes Kino. Das Spiel der Augen, die Gestik, die Mimik und die Körpersprache, formidabel. Als Normalo laufen einem dabei die Emotionen über den Rücken, hoch und runter wie ein Reissverschluss und nie im Leben geht man davon aus, dass einem selbst ähnliches passieren könnte. Und doch, heute ist es passiert! Es war eine völlig unvorbereitete Konfrontation, eigentlich hätte es dazu nicht kommen sollen. Niemand von uns hätte diesen Moment in seiner Dramatik auch nur erahnt. Es kommt nicht oft vor, dass sie jemand so dicht an sich heranläßt, dazu ist sie viel zu vorsichtig. Ihre Vorsicht u.a. hat ihr geholfen dass sie heute noch, nach mehr als 6 bewegten Jahrzehnte...

Die Schatzsucher - die Zweite

Die Banken bieten auf's Ersparte keine Zinsen mehr, nehmen aber gern saftige Zinsen, wenn sie einen Kredit geben, mit Geld, welches sie vorher wiederum sowohl vom Sparer als auch von der EZB kostenlos bekommen haben. Das muss auch sein, wovon sollten sie sich sonst am Jahresende die fetten Boni gegenseitig zuschieben. Wer dies jetzt ungerecht findet, sollte aufpassen, dass ihm nicht auf der einen Seite eine Neiddebatte untergeschoben wird und er andererseits in der "rechten Schmuddelecke" landet.  Die Politik könnte dies auch in Deutschland leicht, wie in anderen europäischen Ländern ändern, sie tut dies aber nicht. Man könnte jetzt vermuten, dass kein Interesse daran besteht die Situation in Deutschland zu ändern, u.a. vielleicht deshalb weil viele Politiker und lokale Größen etwa in Aufsichtsratspositionen bei Banken, Sparkassen und Volksbanken sitzen?    Dass diese Annahme unberechtigt sein muss, erkennt man zwanglos daran, dass sich die Aufsichtsrät...

Klinisch sauber oder gar schon rein?

Deutschland ist im Frühjahrsputz, nicht nur sauber, sondern rein muss es sein.  Der Wunsch nach Reinheit setzt schier ungeahnte Kräfte frei! Rentner, die sonst bei jedem Aufstehen laut stöhnen und an der Supermarktkasse kaum in der Lage sind 2 Minuten anzustehen, kriechen plötzlich stundenlang auf allen Vieren über das Pflaster vor ihren Häusern, damit selbst der kleinste Grashalm, die geringste Moosspur keine Chance zum Überleben hat.   Männer, die sonst bei jeder Berührung des Staubsaugers in der heimischen Wohnung unerträgliche Schmerzen in ihren geplagten Schultern verspüren, waschen, saugen, putzen, wienern stundenlang von Hand ihr Auto, damit kein Krümel Winterstaub die bevorstehende, zumindest erhoffte Sommerfreude trüben möge.  Um aber jeglichem Eklat vorzubeugen, mit 'wienern' ist nicht die ursprüngliche Bearbeitung mit Wiener Kreide, einem Gemisch aus Schlämmkreide und Ton, gemeint, sondern die 'semiprofessionelle' Aufarbeitung des Autos inc...