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Den alten Hund zum Jagen tragen ....

Mit den Jahren verändert sich für jeden von uns die Sicht auf die Dinge. 

Als junger Mensch hat man Ideen, man sieht das, was die Alten machen, kann sich damit arrangieren oder eben auch nicht, wenn nicht rebelliert man mehr oder weniger offen dagegen.

Irgendwann übernehmen dann die Jungen die Verantwortung für sich selbst, für ihre Familien, für ihren Teil der Gesellschaft ... oder eben auch nicht.

Die Aktiven versuchen etwas zu verändern, zu gestalten, nach ihren Vorstellungen, nach ihren Wünschen, nach den Möglichkeiten, die sie vorfinden oder die ihnen geboten werden. Und natürlich nach ihren eigenen Ressourcen.

Das gelingt ihnen ... oder eben auch nicht. 

Wenn nicht, sind die Wünsche und Vorstellungen nicht in Übereinstimmung zu bringen mit den objektiven Rahmenbedingungen, mit den eigenen Kräften, mit dem, was tatsächlich machbar ist oder auch mit dem, was die Menschen im Umfeld wollen und können. Ich bin im Leben an mehreren Dingen gescheiter, die ich wollte, auch unbedingt wollte, die ich interessant oder wichtig fand, mit denen ich aber die Menschen um mich herum oder mich selbst überfordert habe.

Nach einer Weile, wir sprechen hier nicht von Jahrhunderten oder auch nur Jahrzehnten, sondern von wenigen Jahren, weiss man, ob man das, was man umsetzen will, auch tatsächlich umsetzen kann, 

Danach lassen sich die Dinge  - nach meiner Erfahrung -  noch eine kleine Weile ohne nennenswerte Dynamik verwalten und dann ist es Zeit Platz zu machen für die nächste Generation, damit die ihren gleichen Weg durchlaufen können, seit Jahrhunderten ein Kreislauf.

Nur so läßt sich stetige und verläßliche Entwicklung sichern.

"Zum Glück" gilt dies nicht für unsere Spitzenpolitiker. Die gehen davon aus Jahrzehnte auf der Höhe der Zeit zu sein, zu wissen, wie der Hase läuft.

Beispielsweise Wolfgang Schäuble, der hochbetagt jetzt auf einmal beginnt Dinge zu sagen, für die er vor wenigen Wochen noch alle Anderen öffentlich an den Pranger gestellt hätte. Er spricht von der Notwendigkeit der "Neuausrichtung der Flüchtlingspolitik", er redet davon, dass "die Politik auf die Menschen hören müsse" usw. usw. Plötzliche Altersweisheit kann es nicht sein, er ist ein hochintelligenter Mann.

Nur, genau so wenig, wie man einen alten Hund zum Jagen tragen kann, wird sich für eine von der Zeit überholte Politikergeneration die Jugend begeistern, nur weil die plötzlich anders daherreden oder weil sie denken, dass gerade diese älteren Menschen ihre generationsbezogenen, jungen Vorstellungen vom Leben umsetzen und ihre Probleme lösen können. 

Ob es uns gefällt oder nicht, Herr Schäuble, es ist Zeit für uns Platz zu machen. 

Ansonsten setzt man sich jeden Tag mehr zwischen die Nesseln und irgendwann zwickt es so sehr, dass man nur noch laut schreiend davon laufen kann..







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