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Die Kanzlerin und der Schattenbaum

Jeden Tag verbreiten unsere Medien das Bild einer gottgleichen deutschen Kanzlerin, die alternativlos und allein Deutschland, Europa und die ganze Welt gegen die Gottseibeiuns des Universums verteidigt und vor dem ansonsten unweigerlich anstehenden Untergang bewahrt.

Für Trump, Orban und wie die alle heißen, sind die Bäume nur deshalb nicht in den Himmel gewachsen, weil SIE Tag und Nacht über uns wacht.

Wie ein Rettungsschirm, wie ein schattenspendender Baum in glühender Wüstenhitze hat SIE ihre Arme über uns ausgebreitet, spendet Schutz und läßt uns ruhig schlafen, Hallelujah.


Selbst die Natur ist von der Persönlichkeit der Kanzlerin so beeindruckt, dass sie anfängt SIE spontan zu kopieren.


Glatt 35 Grad, glühende Hitze, Trockenheit seit Monaten. Die sonst grüne, satte feuchte Wiese ist strohtrocken, Heu auf dem Stengel. Mitten auf der Wiese ein einzelner Baum, gelegentlich ist er Treffpunkt junger Leute, jetzt weiden dort Kühe, nicht sehr viele, nicht sehr gewichtig, Futter ist knapp in diesem trockenen Jahr. 

Bei Sonnenschein spendet die Krone des Baumes Schatten, bei Regen und Gewitter suchen die Tiere unter ihr Schutz. Wie rund 80 Millionen Deutsche am und unter dem Rockzipfel der Kanzlerin.

Selbst den Kühen ist es heute zu warm. Einige drängen sich um den Wassertrog, jeweils zwei halten sich nahe des Baumstammes auf, der Rest zupft lustlos am stehenden Heu. Der Platz nahe des Stamms ist der einzige Punkt, an dem es etwas Schatten gibt. 

Wenn man sich einige Minuten Zeit nimmt, läßt sich ein soziales Phänomen unter Kühen beobachten. In der Nähe des Stammes, im Schatten halten sich jeweils 2 Kühe auf, zu mehr reicht der Platz nicht. Alle paar Minuten nähert sich vorsichtig ein anderes Tier, das sonst in praller Sonne steht und wie auf Kommando tritt eine der Schattenkühe aus dem kleinen Schatten und läßt die "Schwitzende" ran.

Da die Kühe fressen und alle paar Minuten trinken, scheiden sie auch viel aus, es plätschert und platscht schier ununterbrochen auf der gesamten Wiese. Nur, dort im Schatten entleert sich keines der Tiere. 

Wer scheißt schon dorthin wo man Schutz bekommt? Fast niemand, das tun nur Deutsche. Die aber gründlich!

Zum Glück wacht die Kanzlerin über uns. 




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