Direkt zum Hauptbereich

Gewöhnlicher deutscher Alltagsrassismus

In allen Gazetten steht es, aus allen Lautsprechern tönt es:


"Deutschland hat ein Rassismusproblem". 

Selbst die gut gebuchte Sibel Kekilli sieht Grund sich diskriminiert zu fühlen. Henryk Broder hat dazu ausführlich Stellung genommen. 

Siehe https://www.welt.de/debatte/kommentare/plus180645246/Henryk-M-Broder-Was-rassistisch-ist-Und-was-nicht.html.

Leider ist der Beitrag hinter der Bezahlschranke, Henryk ist offenbar ein sparsamer Mensch, aber es lohnt sich allemal ihn zu lesen.

Aus allen Rohren tönt es derzeit bis zur Selbstkasteiung: Deutschland hat ein Rassismusproblem. Ich habe das Gefühl, dass die deutsche Sucht nach Selbstbeschimpfung derzeit ähnlich der Atmosphäre eines Hühnerstalles ist. Alle sitzen angespannt auf der Leiter und es bedarf nur eines Klatschens und schon fliegen sie wie erlöst hysterisch auf, nur um sich öffentlichkeitswirksam selbst zu kasteien bis Blut kommt.

Es ist übrigens interessant, das Wort "Rassismusproblem" wird mir von der Autokorrektur immer wieder als Fehler um die Ohren gehauen. Nun ja, vielleicht ist das Programm ja selbstlernend, die schon immer hier Lebenden lernen ja solche Wortschöpfungen ohne Not und immer sehr bereitwillig ebenfalls sehr schnell. 

Natürlich hat jede Sache auch ihre richtigen Seiten. 

Nehmen wir nur das Beispiel des Alltagsrassismus in unserem Land. Nein, nicht gegen Frau Kekilli, Frau Chebli in Berlin oder meinetwegen auch Frau Aydan Özoğuz. Auch Özil kann da im Prinzip schlecht herhalten. Rassismus hat nämlich mit sachlicher Kritik nichts zu tun, aber das nur am Rande. Es interessiert sowieso kaum jemand, speziell die nicht, die solche Ausdrücke inflationär verwenden. 

Nehmen wir aber beispielsweise den Alltagsrassismus gegen ältere Menschen in unserem Land.

Die Älteren, dass sind heute die Menschen, die am Beispiel der Kriegs- und Nachkriegsgeneration orientiert, durch ihre Lebensleistung unser Land zu dem gemacht haben, was es ist. Nämlich ein sozialer Magnet für die halbe Welt.

Diese Menschen, in den 60ern und älter, heute oftmals gegen oder schon am Ende ihres beruflichen Lebensweges, genießen in unserer Gesellschaft einen Stellenwert der geradezu gegen Null geht, werden schier als Ballast empfunden.

Zyklisch verbreiten die Medien das Bild, dass die Alten die armen Jungen schamlos ausbeuten und ihrer gesicherten Zukunft berauben würden.

So weit, so gut, aber es geht weiter.

Am 4. Juli wurde etwa bei Weltonline über Isabel Allende berichtet, eine inzwischen 76jährige Schriftstellerin, eine der Autorinnen, die heute tatsächlich noch etwas zu sagen hat.

U.a. hält sie ein Plädoyer zum Thema Liebe im Alter und so ist auch die Überschrift etwas reisserisch:

„An einer heißen Romanze mit 76 ist nichts obszön“

Ich vermute mal, die Überschrift hat sie nicht gewählt, aber sei's drum.

Der Alltagsrassismus gegen ältere Menschen zeigt sich dann - Buchstabe für Buchstabe im Forum, in dem nach Leibeskräften über sie und ältere Menschen generell hergezogen wird.

Das Ganze gipfelt in solchen Formulierungen wie "Gammelfleisch, vor dem dem richtigen Mann grauen" müßte.

Nun ist mir schon bewußt, dass ein Teil der Foristen nicht die Crème de la Crème der Gesellschaft verkörpert, wohl gemerkt ein Teil.

Während man sich sonst aber mit verbundenen Augen darauf verlassen kann, dass in den Foren kritische Stimmen - gegen die Kanzlerin, die Parteien mit Ausnahme der Rechten, die Zuwanderer, die Energiewende usw. usw. - die nicht stattfindende Zensur nicht überstehen, ist es in diesen Fällen ganz anders.

Speziell der Ausdruck "Gammelfleisch" stand lange öffentlich und es bedurfte erst der Intervention anderer Foristen bis er schließlich gelöscht wurde.

Das ist Alltagsrassismus in Deutschland. Die Stimmen dagegen sind, wenn überhaupt vorhanden, sehr, sehr leise, ja man hört sie praktisch nicht. 

Wo bleibt hier der Aufruf der Politik zum Aufstand der Anständigen? Ich höre ihn nicht!









Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Das Rätsel zum Tag ....

Ich beneide Menschen, an denen scheinbar alles abperlt, eine der eigenen Karriere und sozialen Stellung sehr hilfreiche Gabe .  Nehmen wir unsere Kanzlerin, sie behauptet heute dies und morgen das, das was sie heute als Non plus ultra bezeichnet und als alternativlos charakterisiert, widerruft sie morgen mit unschuldigster Miene und hängt ein mögliches negatives Ergebnis flugs einem Anderen an.  Solche Fähigkeiten gehören gewürdigt, unbedingt.  Politisch hat sie wahrscheinlich alles erreicht, was es zu erreichen gibt, damit kann man sie nicht mehr locken. Von einem eigenständigen sozialen Leben der Kanzlerin hat man noch nichts gehört. Also Nippes oder etwas ähnliches zu schenken macht keinen Sinn. Vielleicht etwas Schönes von "Bares für rares"? Aber wo sollte sie es hinstellen? Sieht man sie im täglichen Politikgeschäft, hat es den Anschein, dass ihr menschlich  Jean-Claude Juncker noch am nächsten steht. Vielleicht könnte man eine Weinrebe nach ihr...

Tante Claudia bereitet sich auf die Zeit nach dem Bundestag vor ...

Immer wieder gibt es Menschen, die sich über die Verve der GRÜNEN in unserem Land furchtbar erregen. Sie neiden ihnen die Leichtigkeit, mit denen sie über die tatsächlichen Probleme hinweggehen, sie neiden ihnen ihre Unbekümmertheit mit denen sie über die logischsten Dinge der Welt hinwegsehen, sie neiden ihnen die Fähigkeit größte Dummheiten als Weisheiten verkaufen zu können, sie neiden ihnen ihre ideologische Alternativlosigkeit, sie neiden ihnen nie von Selbstzweifeln geplagt zu sein, sie neiden ihnen ohne jegliche Ausbildung  und Lebenserfahrung sofort Karriere machen zu können - sie neiden ihnen schier alles. Obwohl der Begriff der GRÜNEN muss etwas präzisiert werden. Im Osten Deutschlands sozialisiert, waren für uns von Kindesbeinen "die GRÜNEN" ein Synonym für Polizisten. Grasgrüne Uniformen waren Standard, gut sichtbar im normalen Straßenbild.  Daraus ergaben sich für den gemeinen Bürger zwei Vorteile: Die, die sie sehen wollten, sahen sie sofort, da...

Gekommen, um wieder zu gehen ...

Montagmorgen, 6.30 Uhr, ich habe mir mein Frühstück bereitet, obwohl ich heute Nachtdienst habe und eigentlich schlafen könnte, bin ich wach. Mit zunehmenden Lebensjahren lässt das unmittelbare Schlafbedürfnis nach.  Früher habe ich gelächelt, versteckt oder wenn ich mich getraut habe auch offen, wenn sich die Alten in den unmöglichsten Situationen stundenlang über "schlechten Schlaf" verbreiteten. Jetzt erlebe ich es selbst.  Es ist nicht so, dass mein Schlafbedürfnis direkt nachläßt. Im Gegenteil merke ich, dass ich schneller ermüde als vor 20 oder 30 Jahren. Und, die Müdigkeit  nimmt keine Rücksicht "auf die Uhr".   Wehre ich mich dann nicht gegen mein Schlafbedürfnis, etwa regelmäßig am frühen Nachmittag, und ergebe mich der Müdigkeit, schlafe ich sofort ein und bin nach durchschnittlich 20 - 30 Minuten - beim Aufwachen nach einigen Augenblicken des Wunderns über mich selbst - wieder fit. Reagiere ich aber antrainiert "preussisch",...